DIMITRIOS BALTZIS · Patienteninformation
Was ist ein Hallux rigidus?
Hallux rigidus bezeichnet die Arthrose des Großzehengrundgelenks (MTP-I-Gelenk). Durch den fortschreitenden Knorpelverschleiß entstehen Schmerzen, knöcherne Anbauten (Osteophyten) und eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit. Besonders das Abrollen über die Großzehe kann schmerzhaft werden.
Welche Beschwerden sind typisch?
Häufig sind Schmerzen über dem Großzehengrundgelenk, eine steife Großzehe, Druck durch Schuhe und Beschwerden beim Abrollen. Bei stärkerer Arthrose kann auch in Ruhe oder bei kleineren Bewegungen Schmerz auftreten. Das Gangbild kann sich verändern.
Wie erfolgt die Diagnostik?
Nach Anamnese und klinischer Untersuchung werden Schmerzlokalisation, Dorsalextension, Gelenkbeweglichkeit und die übrige Fußstatik beurteilt. Röntgenaufnahmen des Fußes unter Belastung zeigen typischerweise Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten und subchondrale Veränderungen. Weitere Bildgebung ist nur bei speziellen Fragestellungen erforderlich.
Welche konservativen Maßnahmen helfen?
- Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfuß und steifer oder abgerundeter Sohle können die schmerzhafte Gelenkbewegung beim Abrollen reduzieren.
- Geeignete Einlagen oder eine Sohlenversteifung (z. B. Morton-Extension) können das Großzehengrundgelenk entlasten.
- Angepasste Aktivität, kurzzeitige entzündungshemmende Schmerztherapie, sofern medizinisch geeignet, sowie individuelle Physiotherapie können Beschwerden lindern.
- Eine Injektion kann im Einzelfall eine zeitlich begrenzte Schmerzlinderung bewirken, beseitigt die Arthrose jedoch nicht.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine Operation wird erwogen, wenn trotz konservativer Maßnahmen anhaltende Schmerzen und funktionelle Einschränkungen bestehen. Entscheidend sind das Arthrosestadium, die Lokalisation der Schmerzen, die Beweglichkeit, die individuellen Erwartungen und das Aktivitätsniveau.
Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?
In früheren Stadien mit überwiegend dorsalem Impingement kann eine Cheilektomie (Entfernung störender Osteophyten) sinnvoll sein. Bei ausgewählten Befunden kann sie mit einer Moberg-Osteotomie kombiniert werden. Bei fortgeschrittener schmerzhafter Arthrose ist die Arthrodese des Großzehengrundgelenks eine bewährte Option: Das Gelenk wird in funktionell günstiger Position dauerhaft versteift. Ziel ist die Schmerzlinderung; eine Bewegung im versteiften Gelenk ist danach nicht mehr möglich. Gelenkerhaltende Implantate kommen nur in ausgewählten Fällen infrage und erfordern eine individuelle Abwägung.
Beispielhafte Röntgenaufnahmen


Die folgenden beiden Aufnahmen wurden als präoperative und postoperative Bildbeispiele bereitgestellt. Eine konkrete Zuordnung zu einem einzelnen Behandlungsfall sowie die exakte Operationsbezeichnung werden vor Veröffentlichung noch fachlich bestätigt.
Was ist nach einer Operation wichtig?
Die Nachbehandlung hängt stark vom Verfahren ab: Nach Cheilektomie steht häufig eine frühzeitige angepasste Mobilisation im Vordergrund. Nach einer Arthrodese sind Schutz der Knochenheilung, ein geeigneter Spezialschuh bzw. eine Orthese sowie klinische und radiologische Kontrollen wichtig. Belastung und Zeitraum bis zur Rückkehr zu Sport und Arbeit werden individuell festgelegt.
Welche Risiken bestehen?
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken für Infektion, Wundheilungsstörung, Schwellung, Nervenreizung, Thrombose und anhaltende Beschwerden. Nach Arthrodese sind insbesondere ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose), ungünstige Gelenkstellung oder störendes Osteosynthesematerial zu beachten. Nach gelenkerhaltenden Verfahren kann die Arthrose fortschreiten.
Literatur und Hinweise
- British Orthopaedic Foot & Ankle Society (BOFAS): Hyperbook – Hallux Rigidus.
- Royal National Orthopaedic Hospital (RNOH): A Patient’s Guide to Arthritis of the Big Toe (Hallux Rigidus).
- Royal College of Podiatry: Hallux Rigidus.
Patienteninformation · Redaktioneller Entwurf, Oktober 2026. Kein Ersatz für die persönliche ärztliche Untersuchung und Beratung.